Was ist Lungenfibrose?

Eine Lungenfibrose ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung der Lunge. Dabei vernarbt und verdickt sich das Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen. Die Bläschen werden verdrängt. Die Lunge verliert ihre Elastizität. Der Gasaustausch verschlechtert sich. Die Folge: Der Körper nimmt weniger Sauerstoff auf.
Lungenfibrosen gehören zu den interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD). ILD ist ein Sammelbegriff für mehr als 200 verschiedene Erkrankungen.
Zu den ILD zählen unter anderem:
- Autoimmunerkrankungen wie systemische Sklerose (SSC-ILD), rheumatoide Arthritis (RA-ILD) oder systemischer Lupus erythematodes (SLE-ILD)
- Schadstoffe wie nichtorganische Stäube (z. B. Asbest, Silikat), organische Stäube (z. B. Vogelhalterlunge)
Medikamente, etwa bestimmte Antiarrhythmika oder Chemotherapeutika - Systemerkrankungen wie Sarkoidose, Rheuma oder Sklerodermie
Bei 15–20 % der Betroffenen liegt eine erbliche Belastung vor. Wird keine Ursache gefunden, spricht man von idiopathischer Lungenfibrose (IPF).
In Deutschland erkranken jährlich etwa 10 von 100.000 Menschen an IPF. Das entspricht rund 8.400 Neuerkrankungen pro Jahr.
Insgesamt leben schätzungsweise 20.000 Menschen mit einer Lungenfibrose. Diese Zahl steigt, da moderne Medikamente das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Die Erkrankung tritt meist ab dem 45. Lebensjahr auf. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 65 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Lungenfunktion nimmt kontinuierlich ab. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber behandelbar. Ein früher Therapiebeginn ist entscheidend. Er kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
Der Verlauf ist individuell:
- langsam fortschreitend
- schubweise
- oder rasch zunehmend
Plötzliche Verschlechterungen nennt man akute Exazerbationen.
Die Erkrankung beginnt oft schleichend und bleibt lange unentdeckt.
Typische frühe Symptome:
- Atemnot bei körperlicher Belastung
- trockener Reizhusten
Im weiteren Verlauf:
- Atemnot bereits bei alltäglichen Tätigkeiten wie Treppensteigen
- Müdigkeit und Leistungsabfall
- bläuliche Verfärbung von Lippen oder Fingern durch Sauerstoffmangel
Diese Beschwerden sind unspezifisch. Sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten.
Wichtig ist daher:
Anhaltende oder zunehmende Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Was sind Exazerbationen?
Exazerbationen sind plötzliche Krankheitsschübe bei interstitiellen Lungenerkrankungen. Sie werden häufig durch Virusinfektionen ausgelöst.
Oft bleibt die Ursache unklar. Der Zustand verschlechtert sich deutlich. Häufig ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Zur Früherkennung können Symptomtabellen hilfreich sein.
Die Prognose während einer Exazerbation ist ungünstig. Deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig.
Dazu gehören:
- antifibrotische Medikamente
- Impfungen
- konsequenter Schutz vor Infektionen