Schlafapnoen

Schlafapnoe bezeichnet wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs, die den Körper jede Nacht unter Stress setzen und die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen.
Bei Lungenfibrose tritt diese Schlafstörung besonders häufig auf – und die Kombination beider Erkrankungen ist belastend: Die ohnehin eingeschränkte Lungenfunktion wird durch nächtliche Sauerstoffabfälle zusätzlich strapaziert. Symptome wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und Erschöpfung werden dabei oft nur der Lungenfibrose zugeschrieben – obwohl eine behandelbare Schlafapnoe dahinterstecken kann.
Wer den Zusammenhang kennt und gezielt nach einer Schlafapnoe suchen lässt, kann seine Lebensqualität deutlich verbessern.
Patienten mit Lungenfibrose, insbesondere mit idiopathischer pulmonaler Fibrose (IPF), leiden sehr häufig zusätzlich an Schlafapnoe – vor allem am obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSA). Etwa 70–76 % der IPF-Patienten sind davon betroffen, während OSA in der Allgemeinbevölkerung nur bei etwa 6–17 % vorkommt.
Wegen der hohen Häufigkeit und der Auswirkungen auf Lebensqualität und Krankheitsverlauf wird empfohlen, alle IPF-Patienten routinemäßig in einer Schlafstudie auf OSA zu untersuchen. Denn Symptome wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und Fatigue werden oft allein der Lungenerkrankung zugeschrieben – eine gleichzeitig bestehende OSA wird dabei leicht übersehen. Dabei kann eine gezielte CPAP-Therapie die Lebensqualität tagsüber deutlich verbessern.
Symptome der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) sind typischerweise:
- Lautes, habituelles Schnarchen
- Beobachtete Atempausen während des Schlafs
- Nächtliches Erwachen mit Luftnot oder Erstickungsgefühl
- Exzessive Tagesschläfrigkeit
- Nicht-erholsamer Schlaf
- Morgendliche Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörungen
- Fatigue
- Häufiges nächtliches Wasserlassen
Die klinische Verdachtsdiagnose basiert auf Anamnese- und Screening-Fragebögen.
Die Standarddiagnostik ist die nächtliche Polysomnographie (PSG) im Schlaflabor.
Für Patienten mit hohem klinischem Verdacht ist ein ambulantes Schlafapnoe-Screening, das der Lungenfacharzt in der Praxis anlegt und auswertet, eine akzeptierte Alternative.
Positive Atemwegsdrucktherapie (CPAP)
Das wirksamste Behandlungsverfahren für die meisten Patienten ist die positive Atemwegsdrucktherapie (CPAP-Therapie).
Sie verbessert nachweislich die Tagesschläfrigkeit, den Blutdruck und die Lebensqualität.
Weitere Optionen sind Gewichtsreduktion, Vermeidung von Alkohol und Sedativa, Positions- und Verhaltenstherapie.
Kombination von CPAP und nächtlicher Sauerstoffgabe
Obstruktive Schlafapnoe (OSA) bei Patienten mit Lungenfibrose geht oft mit nächtlichem Sauerstoffmangel (Hypoxämie) einher. Hypoxämie verschlechtert die Lebensqualität und das Überleben signifikant.
Wenn trotz gut eingestellter CPAP-Therapie weiterhin ein nächtlicher Sauerstoffmangel besteht, kann zusätzlich Sauerstoff gegeben werden. Die Kombination aus CPAP und Sauerstoffgabe korrigiert die nächtliche Hypoxämie wirkungsvoll. Die benötigte Sauerstoffmenge wird individuell angepasst – meist beginnt man mit 1–2 Litern pro Minute, zugeführt über einen speziellen Anschluss am CPAP-Gerät.
CPAP und nächtliche Sauerstoffgabe werden bei OSA und Lungenfibrose kombiniert, wenn unter optimaler CPAP-Therapie allein weiterhin eine relevante nächtliche Hypoxämie besteht. Wenn eine Langzeitsauerstofftherapie LTOT verordnet wurde, gehört diese Kombination meistens mit zum Programm.