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Symptome

Lungenfibrose kann verschiedene Beschwerden verursachen, die den Alltag stark beeinflussen. Zu den häufigsten gehören Atemnot, Husten und ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue). Auch Veränderungen an Fingern und Nägeln, Gewichtsverlust oder typische Lungengeräusche können auftreten.

Die folgenden Abschnitte erklären wichtige Symptome der Lungenfibrose und zeigen Möglichkeiten, wie Betroffene und Angehörige besser mit ihnen umgehen können.

Symptom

Atemnot ist das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Betroffene beschreiben sie häufig als Lufthunger, Enge in der Brust, Erstickungsgefühl oder erschwerte Atmung.

Typische Zeichen sind:

  • schnelle, flache oder ungewöhnlich tiefe Atemzüge
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (z. B. Hochziehen der Schultern)
  • erhöhte Herzfrequenz
  • bei ausgeprägtem Sauerstoffmangel: bläuliche Lippen.

Atemnot kann bei körperlicher Belastung oder auch in Ruhe auftreten. Viele Betroffene empfinden sie als besonders belastend, weil ihre körperliche Leistungsfähigkeit deutlich abnimmt. Alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen, Gehen oder Anziehen können zunehmend schwerfallen.

 

Kontrolle

Die pulmonale Rehabilitation ist die wichtigste nicht-pharmakologische Therapie bei Lungenfibrose. Sie umfasst mehrere Bausteine:

  • individuell angepasstes körperliches Training
  • Atemmuskeltraining
  • Schulung im Umgang mit der Erkrankung
  • psychosoziale Unterstützung.

Ziel ist es, Belastbarkeit, Lebensqualität und Atemkontrolle zu verbessern. Viele Patienten lernen dabei Strategien, um Atemnot im Alltag besser zu bewältigen.

Hilfreiche Atemtechniken sind unter anderem:

  • Lippenbremse
  • kontrollierte Ein- und Ausatmung
  • Entspannungsübungen.

Diese Methoden verlangsamen die Atmung, erleichtern das Ausatmen und können Panikreaktionen bei Dyspnoe verhindern.

Eine Sauerstofftherapie ist angezeigt bei Hypoxämie (Ruhe-SaO₂ ≤ 88 % oder PaO₂ ≤ 55 mmHg).

Sauerstoff kann ambulant, mobil oder kontinuierlich eingesetzt werden. Ziel ist es, den Sauerstoffgehalt im Blut zu stabilisieren. Dadurch können Atemnot gelindert und körperliche Aktivitäten besser bewältigt werden.

Neben der medizinischen Behandlung spielen Lebensstilmaßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu gehören:

  • Rauchstopp
  • Infektionsprophylaxe durch Impfungen (RSV, Influenza, Pneumokokken, COVID-19)
  • ausgewogene Ernährung
  • Behandlung von Komorbiditäten wie Herzkrankheiten oder Reflux.

Zum Selbstmanagement gehören außerdem:

  • persönliche Aktionspläne bei Exazerbationen
  • Entspannungs- und Atemübungen
  • psychosoziale Unterstützung
  • die Einbindung von Angehörigen.

Atemnot nimmt im Verlauf der Erkrankung meist zu. Dieser Prozess ist in der Regel nicht umkehrbar. Eine frühzeitige palliative Betreuung kann helfen, Symptome wie Dyspnoe, Angst oder Husten besser zu kontrollieren.

Palliative Maßnahmen sollten frühzeitig und unabhängig vom Krankheitsstadium angeboten werden. Sie berücksichtigen neben körperlichen Beschwerden auch psychische, soziale und spirituelle Aspekte der Erkrankung.

Video-Vortrag Umgang mit Angst und Atemnot

Patiententag 2024

Die Inaktivitätsspirale

bei Atemnot

Symptom

Husten ist ein Leitsymptom der Lungenfibrose, besonders bei der idiopathischen pulmonalen Fibrose (IPF). Bis zu 80 % der Patienten sind betroffen.

Der Husten ist häufig chronisch, trocken und schwer zu unterdrücken. Viele Betroffene empfinden ihn als sehr belastend, da er zu:

  • Schlafstörungen
  • körperlicher Erschöpfung
  • sozialem Rückzug
  • psychischer Belastung

führen kann.

Für das Verständnis des Hustens ist es hilfreich, wenn Patienten Häufigkeit, Schweregrad und Auslöser beobachten. Diese Beobachtung hilft Ärzten, mögliche behandelbare Ursachen wie Infektionen oder Reflux zu erkennen.

Trockener Reizhusten

Der typische Husten bei Lungenfibrose ist ein trockener Reizhusten. Er ist oft quälend und tritt ohne Auswurf auf. Viele Patienten beschreiben Hustenanfälle, die durch Sprechen, kalte Luft oder körperliche Belastung ausgelöst werden.

Produktiver Husten

Ein Teil der Patienten hustet glasigen oder weißen Schleim ab. Das kommt besonders bei Bronchiektasen vor, also Erweiterungen der Bronchien.

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Schleim abgehustet wird, sollte der Husten nicht unterdrückt werden, da er eine wichtige Reinigungsfunktion hat.

Zur Schleimlösung können helfen:

  • Inhalationen mit 3–7 % Kochsalzlösung
  • Mukolytika wie Acetylcystein oder Tacholiquin.

Gelber oder grüner Schleim kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung notwendig. Eine einfache Bronchitis kann sich sonst rasch zu einer Lungenentzündung oder Exazerbation entwickeln.

Bei chronischem Reizhusten spielen nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle.

Dazu gehören:

  • multimodale Sprachtherapie
  • Physiotherapie
  • Verhaltenstherapie.

Diese Ansätze können helfen, die Hustenfrequenz zu verringern und die Kontrolle über den Husten zu verbessern.

Wichtige Techniken sind:

  • Hustenunterdrückungsstrategien
  • Atemübungen (z. B. kontrollierte Atmung, Lippenbremse)
  • Stimmhygiene
  • das Meiden inhalativer Reizstoffe wie Rauch oder Staub.

Bei starkem chronischem Husten kann niedrig dosiertes retardiertes Morphin eingesetzt werden. Studien zeigen, dass Morphin bei IPF die Hustenfrequenz senken und die Lebensqualität verbessern kann.

Opiate müssen jedoch individuell und unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden, da Nebenwirkungen möglich sind.

Für chronischen Reizhusten gibt es keine natürlichen Medikamente mit nachgewiesener Wirkung.

Menthol, Hustenbonbons oder Sirupe können kurzzeitig die Schleimhäute beruhigen, haben aber keine nachhaltige Wirkung.

Honig kann bei akutem Husten manchmal eine leichte Linderung bringen.

Symptom

Trommelschlegelfinger sind kolbenförmig verdickte Fingerendglieder. Die Fingernägel wirken dabei rund gewölbt und vergrößert (Uhrglasnägel).

Wenn diese Veränderungen ohne erkennbare Ursache auftreten, bezeichnet man sie als idiopathisch.

In etwa der Hälfte der Fälle stehen Trommelschlegelfinger im Zusammenhang mit einer Erkrankung, zum Beispiel:

  • Lungenerkrankungen (z. B. Lungenfibrose oder Lungenhochdruck)
  • Herzkrankheiten
  • chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Autoimmunkrankheiten
  • Tumorerkrankungen (Paraneoplasie).

In der anderen Hälfte der Fälle lässt sich keine Ursache nachweisen.

Die Veränderungen betreffen manchmal auch die Zehen. Sie verursachen in der Regel keine Schmerzen und benötigen keine Behandlung.

Symptom

Fatigue bezeichnet eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung, die über normale Müdigkeit hinausgeht. Betroffene beschreiben sie oft als anhaltenden Energiemangel.

Typisch ist:

  • die Müdigkeit steht nicht im Verhältnis zur vorherigen Aktivität
  • sie bessert sich durch Schlaf oder Ruhe kaum
  • viele Betroffene schlafen zusätzlich tagsüber.

Fatigue ist ein häufiges und belastendes Symptom der Lungenfibrose.

Die Ursachen sind multifaktoriell. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:

  • Atemnot
  • geringe körperliche Aktivität
  • Begleiterkrankungen
  • Schlafstörungen.

Sauerstoffmangel spielt dabei meist eine geringere Rolle. Studien zeigen, dass vor allem Dyspnoe und Bewegungsmangel mit Fatigue verbunden sind.

Kontrolle und Behandlung

Zunächst sollte die Grunderkrankung optimal behandelt werden. Außerdem ist es wichtig, mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen.

Etwa zwei von drei Patienten mit Lungenfibrose leiden an einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Diese sollte deshalb gezielt untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Auch die pulmonale Rehabilitation kann Fatigue deutlich verbessern. Sie steigert:

  • körperliche Leistungsfähigkeit
  • Aktivität im Alltag
  • Lebensqualität.

Bei nachgewiesener Hypoxämie kann eine Sauerstofftherapie sinnvoll sein. Ihr Einfluss auf Fatigue ist jedoch begrenzter als auf die Atemnot.

Symptom

Bei Lungenfibrose lassen sich beim Abhören der Lunge häufig feine Knister- oder Rasselgeräusche während der Einatmung hören.

Viele beschreiben den Klang wie:

  • das Öffnen eines Klettverschlusses
  • oder Schritte im trockenen Schnee.

Diese Geräusche entstehen, wenn sich kleine, durch Fibrose veränderte Atemwege plötzlich öffnen. Sie treten vor allem während der Inspiration auf und sind meist unabhängig von Husten oder Körperlage. Einige Patienten hören diese Geräusche selbst, besonders nachts im Liegen. Es kann ein frühes Symptom sein.

Feine inspiratorische Rasselgeräusche gelten als typisches Zeichen fibrosierender interstitieller Lungenerkrankungen. Sie können bereits früh im Krankheitsverlauf auftreten.

Achtung!

Eine Zunahme der Lungengeräusche kann auf eine Fortschreitung der Erkrankung hinweisen. Deshalb ist es wichtig, dass Ärzte dieses Zeichen kennen und bei Verdacht weitere Untersuchungen veranlassen.

Symptom

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sind bei Lungenfibrose nicht selten. Die Ursachen sind meist vielschichtig und umfassen sowohl krankheitsbedingte als auch medikamentöse Faktoren.

Ursachen und Behandlung

Die Erkrankung selbst kann den Energieverbrauch erhöhen. Gründe dafür sind:

  • verstärkte Atemarbeit
  • chronische Hypoxämie
  • Entzündungsprozesse im Körper.

Dadurch kann es zu einem Abbau von Muskelmasse kommen, besonders an der Skelettmuskulatur und im Gesicht.

Zudem treten bei vielen Patienten depressive Verstimmungen oder Angststörungen auf, die das Essverhalten zusätzlich beeinträchtigen können.

Auch antifibrotische Medikamente können Appetitverlust verursachen.

Die Wirkstoffe Nintedanib und Pirfenidon können Nebenwirkungen auslösen wie:

  • Übelkeit
  • Diarrhoe
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit.

Diese Beschwerden können zu weiterem Gewichtsverlust führen. Unter Nintedanib wird er etwas häufiger beobachtet als unter Pirfenidon.

Ein Gewichtsverlust von 5 % oder mehr während der Therapie ist mit einer schlechteren Prognose verbunden.

Deshalb sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • regelmäßige Gewichtskontrollen
  • frühe ernährungsmedizinische Beratung
  • rechtzeitige therapeutische Anpassungen.

Gegebenenfalls kann eine Dosisreduktion oder ein Wechsel der Medikation erforderlich sein. Ziel ist es, Gewichtsverlust früh zu erkennen und gegenzusteuern, um die Prognose zu verbessern.