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Impfungen bei Lungenfibrose

Bei Lungenfibrose können Atemwegsinfektionen leicht zu einer bedrohlichen Verschlimmerung führen. Daher wird die gezielte Impfung gegen Erreger von schweren Atemwegsinfektionen immer wichtiger. Patienten sollten Hintergrundwissen zu Impfungen der wichtigsten Atemwegserreger haben. 

Die folgenden Empfehlungen richten sich nach den aktuellen Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Erwachsene.

Übersicht nach Erregern

Pneumokokken verursachen bakterielle Atemwegsinfektionen. Dazu zählen Sinusitis, Mittelohrentzündung und Lungenentzündung. In schweren Fällen führen sie zu Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. 

Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen. Ambulant erworbene Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Gründen für eine Klinikeinweisung. 

Seit 2022 steht ein 20-valenter Konjugatimpfstoff (PCV20) zur Verfügung. Er schützt vor mehr Serotypen als frühere Impfstoffe.

Die echte Grippe ist keine harmlose Erkältung. Für Menschen mit Lungenerkrankungen bedeutet sie oft eine hohe Krankheitslast. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt jedes Jahr die Zusammensetzung des saisonalen Impfstoffs fest. Grundlage sind die erwarteten Virusvarianten. 

Die STIKO empfiehlt:

  • jährliche Impfung im Herbst 
  • für alle ab 60 Jahren einen Hochdosis-Impfstoff 
  • ebenso für Menschen mit geschwächtem Immunsystem 

Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden.

Das RS-Virus betrifft nicht nur Kinder. Auch ältere Erwachsene erkranken schwer. 

Bei Menschen ab 60 Jahren verursacht RSV jährlich 3–7 % aller Atemwegsinfektionen. Ein erheblicher Teil führt zu Arztbesuchen. Die Krankheitslast ähnelt der der Influenza

Seit 2024 gibt es Impfstoffe gegen RSV. Empfohlen wird: 

  • eine einmalige Impfung vor der Herbst-Winter-Saison 
  • für alle über 75 Jahre 
  • ab 60 Jahren bei schweren Grunderkrankungen 

Ob Auffrischungen nötig werden, wird derzeit geprüft.

SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin weltweit. Die Omikron-Varianten übertragen sich leicht. Die Verläufe sind meist milder – vor allem bei Geimpften oder Genesenen. 

Trotzdem bleibt das Virus gefährlich. Ältere Menschen und Immungeschwächte müssen weiterhin mit schweren Verläufen rechnen. Die Immunität nimmt mit der Zeit ab. 

Darum empfiehlt die STIKO: 

  • jährliche Auffrischimpfung im Herbst 
  • für alle ab 60 Jahren 
  • für Menschen mit Vorerkrankungen 
  • für beruflich Exponierte

Die COVID-19-Impfung kann gleichzeitig mit der Influenza- oder Pneumokokkenimpfung erfolgen.

Fast alle Erwachsenen tragen das Varizella-Zoster-Virus seit ihrer Kindheit in sich. Es bleibt lebenslang im Körper. Im Alter oder bei geschwächtem Immunsystem kann es reaktiviert werden – als Gürtelrose. 

Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, besonders unter Steroidtherapie, haben ein erhöhtes Risiko. 

Die STIKO empfiehlt: 

  • Impfung ab 60 Jahren 
  • ab 50 Jahren bei Vorerkrankungen 
  • zwei Dosen im Abstand von 2–6 Monaten 

Der Totimpfstoff schützt etwa 10 Jahre und senkt auch das Risiko einer postherpetischen Neuralgie. 

Keuchhusten verursacht heftige, langanhaltende Hustenanfälle. Studien zeigen: In den ersten vier Wochen nach einer Verschlechterung einer Lungenerkrankung wird vermehrt eine Pertussis-Infektion nachgewiesen. 

Der Impfstoff wird nur in Kombination verabreicht – mit Tetanus und Diphtherie (ggf. auch Polio). 

Empfehlung: Bei der nächsten Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig den Kombinationsimpfstoff Tdap verwenden. Er schützt zusätzlich vor Pertussis.

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Alternativtext

Wissenschaftlicher Artikel zu empfohlenen Impfungen

Detaillierte Angaben zu den Empfehlungen für die Impfung Erwachsener aus pneumologischer Sicht können hier in einem Artikel von Santiago Ewig et al. aus dem Jahr 2025 nachgelesen werden.