Nebenwirkungen antifibrotischer Medikamente

Die Verträglichkeit von Medikamenten ist sehr individuell und lässt sich nicht vorhersagen. Die meisten vertragen sie gut, spüren allerdings Nebenwirkungen. Für wenige sind die Nebenwirkungen unerträglich. Zur Bewertung der Nebenwirkungen ist der Gesprächs-Kontakt zu Mitpatienten und zum behandelnden Arzt hilfreich. Nebenwirkungen sind ernst zu nehmen. Sie können unser Wohlbefinden stark beeinträchtigen.
Nintedanib verursacht vor allem Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Gewichtsverlust und erhöhte Leberwerte.
Ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht insbesondere bei Patienten mit kardiovaskulären Komorbiditäten oder unter Antikoagulation.
Die Gabe von Antidiarrhoika (z. B. Loperamid) wird bei Durchfall empfohlen (nicht rezeptpflichtig).
Flohsamenschalenpulver und Carob-Pulver sind natürlich bewährte Mittel gegen Durchfall.
Bei Erbrechen können vom Arzt sogegannate Setrone z.B. Ondansetron verordnet werden.
Pirfenidon führt häufig zu gastrointestinalen Beschwerden (Übelkeit, Dyspepsie, Durchfall), Photosensitivität, Hautausschlag und ebenfalls zu erhöhten Leberwerten.
Sonnenexposition sollte vermieden und Sonnenschutz angewendet werden, um Photosensitivität vorzubeugen.
Die Nebenwirkungen beider Medikamente sind meist mild bis moderat, selten schwer können aber in bis zu 20 % der Fälle einen Therapieabbruch erfordern.
Die wichtigsten Maßnahmen sind Dosisanpassung ( z.B bei Nintendanib 100 mg statt 150 mg Einzeldosis), vorübergehende Unterbrechung oder Absetzen bei schwerwiegenden oder anhaltenden Nebenwirkungen. Der Wechsel von einem auf das andere Mittel wird in Zukunft einfacher, wenn nicht nur zwei sondern drei Antifibrotika zur Verfügung stehen. Unverständlich ist, warum der Wechsel von Nintendanib auf Pirfenidon wird zu wenig angewendet wird.
Für beide Substanzen ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion (Transaminasen, Bilirubin) obligat, insbesondere in den ersten drei Monaten und bei Dosissteigerungen.