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Medikamente

Lungenfibrosen, insbesondere die idiopathische Lungenfibrose (IPF), sind nicht heilbar. Bei Diagnosestellung sollte mit antifibrotischen Medikamenten begonnen werden. Sie bewirken die Verlangsamung des Fortschreitens der Fibrose und vermindern Exazerbationen und Krankenhausaufenthalte. Medikamente verlängern damit die Überlebenszeit. Inwieweit sie die Lebensqualiät beeinflussen, ist nicht gut untersucht. Möglicherweise erzielen Kombinationen in der Zukunft bessere Wirkungen. Eine Zukunfts-Vision ist das Erreichen des Stillstands der Krankheit und die Ausheilung der Vernarbungen.

Für andere Formen der fibrosierenden ILD, wie z.B. systemische Sklerose oder rheumatisch-assoziierte ILD oder chronische exogene Alveolitis (EAA) steht zunächst die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Hier kommen Immunsuppressiva zum Einsatz, insbesondere bei Verdacht auf eine entzündliche Komponente. Bei fortschreitender Fibrose trotz immunmodulatorischer Therapie kann ein Wechsel auf oder eine Kombination mit Antifibrotika erwogen werden.

Neue Substanzen werden in Therapiestudien durch universitäre ILD Zentren untersucht. Daran können Patienten meistens teilnehmen, ohne auf ihre antifibrotische Basis-Therapie verzichten zu müssen.

Übersicht zu den Wirkstoffen

Wirkstoff/Wirkstoffgruppe Schlüsselrolle in der Versorgung Nebenwirkungen
Pirfenidon Schlüsselrolle in der Versorgung Gastrointestinale und phototoxische Nebenwirkungen (Sonnenbrand)
Nintedanib Erstlinientherapie bei IPF und PPF Übelkeit (Erbrechen) und Durchfall häufig, Kolitis, Gewichtsverlust
Nerandomilast Bei IPF und PPF in den USA bereits als Iascayd auf dem Markt- Zulassung in Deutschland im Herbst 2026 erwartet Durchfall (geringer als bei den anderen Medikamenten), Gewichtsverlust, verminderter Appetit
Prednisolon (Kortison) Kurzfristiger Einsatz bei Exazerbationen, selten längerer Einsatz bei entzündlichen ILDfristiger Einsatz bei Exazerbationen, selten längerer Einsatz bei entzündlichen ILD v.a. bei längerer Behandlung zahlreiche Nebenwirkungen: Hypertonie (hoher Blutdruck), Hyperglykämie (hoher Blutzucker), Gastritis, Magengeschwür, Osteoporose, Glaukom
Immunsuppressiva: Kortison, Mycophenolat-Mofetil, Azathioprin, Cyclophosphamid, Rituximab, Tocilizumab Bei entzündlichen ILDs z.B. Rheuma, Sklerodermie Infektionen
Pantoprazol Antacidum Gegen Reflux oder zum Magenschutz  

Vertiefende Informationen

Alternativtext

Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit von antifibrotischen Medikamenten ist sehr individuell. Bei der Einnahme können auch Nebenwirkungen auftreten. Erhalten Sie hier einen Überblick.

Alternativtext

Therapiestudien

Neben bewährten Therapien mit antifibrotischen Medikamenten werden ständig neue Wirkstoffe erforscht. Wer an einer klinischen Studie teilnehmen möchte, kann sich hier vorab informieren.

Nicht medikamentöse Therapie-Maßnahmen

Eine echte lebensverändernde Alternative für ausgewählte Kandidaten ist die Lungen-Transplantation.  Eine frühzeitige Evaluation für eine Lungentransplantation sollte bei geeigneten Patienten, die jünger als 65 Jahre sind, erfolgen.

Nicht-pharmakologische Maßnahmen sind essenziell:

Download

Können neue therapeutische Ansätze helfen die Progression der ILD zu minimieren? 2 MB
Ein Vortrag von Dr. med Jonas C. Schupp