Atemphysiotherapie bei Lungenfibrose

Neben einer medikamentösen Behandlung ist die Atemphysiotherapie ein wichtiger Baustein zur Behandlung einer Lungenfibrose. Durch spezielle Übungen und Behandlungen, hilft sie den Betroffenen mit den zunehmenden Einschränkungen zu leben und möglichst lange ein aktives Leben zu erhalten.
Typische Symptome einer Lungenfibrose sind Kurzatmigkeit und trockener Reizhusten. Mit Fortschreiten der Krankheit wird die Atmung schneller und flacher. Dabei wird verstärkt die Atemhilfsmuskulatur in Anspruch genommen und häufig beginnt der Kreislauf einer geringen Atemtiefe und einer Verkrampfung der Atemhilfsmuskulatur. Langanhaltende Hustenanfälle führen zu weiteren Verkrampfungen und Schmerzen.
Speziell ausgebildete Atemphysiotherapeutinnen und Atemtherapeuten analysieren die Beeinträchtigungen und erstellen gemeinsam mit den Betroffenen einen Plan mit dem Ziel, die verbliebene Lungenkapazität optimal zu nutzen. Eine Mischung aus passiven und aktiven Elementen haben das Ziel, die Atmung zu ökonomisieren, Strategien im Umgang mit Dyspnoe zu entwickeln, Muskelabbau entgegenzuwirken und somit die Lebensqualität zu erhalten bzw. zu erhöhen.
Methoden
Manuelle Techniken wie Massagen, Triggerpunktarbeit, myofasziale Techniken u.a. lösen Verkrampfungen und reduzieren Spannungen und Schmerzen.
Durch gezielte Atemtechniken lernen die Betroffenen die Atmung bewusst wahrzunehmen, zu steuern und zu vertiefen. Zudem wirken Atemübungen beruhigend auf das Nervensystem. Weniger Stress und Angst führen oft zu einer ruhigeren, kontrollierteren Atmung.
Viele Betroffene entwickeln mit der Zeit eine Schonhaltung. Hier helfen spezielle Dehn- und Mobilisationsübungen. Sie fördern die Beweglichkeit des Brustkorbs, verhindern eine weitere Verhärtung der Muskulatur und unterstützen eine tiefere, freie Atmung.
Die Atemtherapeutin oder der Atemtherapeut stellt ein individuelles Programm zusammen, das auch zuhause durchgeführt werden kann. Regelmäßiges Üben sorgt für eine allgemeine Verbesserung der Haltung und wirkt sich auch auf das allgemeine Wohlbefinden aus.
Ohne Muskelreiz baut der Körper Muskulatur ab. Durch bewusste Atmung kann ein moderates Kraft- und Ausdauertraining wirksamer durchgeführt werden. Elemente aus dem Yoga lassen sich gut mit Atemphysiotherapie kombinieren. Bewusste Atemlenkung mit Bewegungselementen dienen der Entspannung, Stressreduktion sowie einer bewussten Körperwahrnehmung.
Bilder: © Elena Friedrich



